Grundsätzlich wird alles Bekloppte für mich am ehesten deutlich, wenn ich es in einfache Sätze packe.
Und falls Du das auch magst und die Pläne um CCS noch nicht so genau kennst – dann lies mal gern weiter.
Also: Schon in den 2010er Jahren haben wir CCS als verkorkst stigmatisiert und konnten es damals in Deutschland verhindern. Danach hat sich die Lobby der Wirtschaftsverbände mit all dem schönen Geld daran gemacht, Fakten zu verfälschen und zu verdrehen, um die Pläne der Politik wieder aufzudrängen.
Mittlerweile hat sogar der Bundesrat das Gesetz passieren lassen. Also es geht darum: neben vielen Kohlendioxid verdampfenden Betrieben jeweils eine chemische Anlage zu errichten, die Kohlendioxid (CO2) zu einem großen Teil (nicht 100 Prozent!) auffängt. Im Anschluss wird das CO2 durch extra errichtete Pipelines gepresst und dann unter der Nordsee gelagert.
Weil ich das verkürzt dargestellt habe, könnte es bis hier hin noch sinnvoll klingen.
CO2 produzieren um CO2 zu versenken
Allerdings gibt es da mehrere Probleme: Sowohl die CO2-Abscheide-Anlagen als auch die aus Stahl zu produzierenden Pipelines verursachen selbst einen großen Teil an CO2-Emissionen. Das Pipeline-Netz soll ca. siebentausend Kilometer lang sein – allein durch Deutschland.
Zusätzlich sollen auch aus den Nachbarstaaten CO2-Ströme durch Deutschland geleitet werden. In der gesamten Planung wurde bisher nicht veröffentlicht wie hoch die Kohlendioxidemissionen allein durch die Errichtung der Anlagen sind.
Die geplanten Lagerstätten unter der Nordsee haben begrenzte Kapazitäten. Auch hier fehlen Berechnungen wie viele Anlagen über wie viele Jahre mit CCS laufen könnten, dann CO2 verpressen lassen – bis die Ressource CO2-Lager erschöpft ist.
CCS bringt kein reines Kohlendioxid hervor
Gern wird von der fossilen CCS-Fan-Group-Wirtschaftslobby und den entsprechenden Politikverantwortlichen darüber geredet, dass CO2 auch ein Rohstoff sei.
Jaja – Kohlendioxid in der Brause. Allerdings gibt es bisher keine technische Möglichkeit das Kohlendioxid aus den technischen Anlagen mit einem Reinheitsgrad von 100 Prozent zu filtern. Im Internet habe ich ein feines Video gefunden, in dem erklärt wird, dass je nach technischer Anlage (Zementwerke, Stahlindustrie, Müllverbrennungsanlage, Gaskraftwerk) ganz unterschiedliche giftige Beimischungen als Reste bleiben. Wenn die sich dann alle in den Pipelines treffen – geht es chemisch und physikalisch hoch her. Das Video wurde von einem technisch versierten Mitarbeiter erstellt – der für die Pipeline-errichtende Firma spricht.
Das finde ich immer am spannendsten – wenn Befürworter von irgendwas offene Fragen anmahnen, die einfach ignoriert werden.
Kohlendioxid bleibt nicht zwangsläufig unter der Erde
Beim ganzen Wahnsinn um die großflächige Einführung von CCS sollte erwähnt werden, dass es bisher schon Unfälle gab nachdem Kohlendioxid ungefragt aus Pipelines austrat.
Nun ja – es wird ja auch unter hohem Druck durch die Pipelines gepresst und der entsprechend verbaute Stahl war nicht korrosionsfest.
Alles kein Problem: dann wird eben höher wertiger Stahl für die Pipelines genutzt! das ganze Projekt wird eh subventioniert mit Milliarden von Euros die ganz einfach aus der EU kommen. Wie kamen eigentlich die ganzen Euros in die EU-Kassen? tja…..egal…..und der Markt reglet nun mal nicht….alles viel zu teuer, also werden die CO2-lastigen Wirtschaftszweige finanziell mit diesem CCS-Kram gestützt.
Sarkasmusschild wird hier hoch gehalten!!!!
Sehr schön auch immer der Vergleich mit dem „sicheren Speicherplatz Ketzin“ – > dort wurde in eine alte Gaslagerstätte CO2 gepumpt!
Unter dem Meeresboden soll aber in salzwasserführende Schichten gepumpt werden. Also in poröse Strukturen.
So – nun ja – Schreiben befreit mich bissi vom Ärger. Ist keine Einsteiger*innenlektüre geworden 😉
Sorry. Nun ist ja allerdings das Netz voll von Wissen – und auch verschiedene Umweltverbände haben getextet zum Thema. Ich hab hier quasi Tagebuch gekritzelt.
Und nun liebes Tagebuch – möge der CCS-Irrsinn einfach nie so richtig durchstarten, weil das Bekloppte am Ganzen sehr Vielen auffällt.